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11.08.2017 / Thema / Seite 12

Am Rande der globalen Krise

Vor 20 Jahren brachen die Ökonomien in Ost- und Südostasien ein. Der IWF empfahl giftige Medizin mit verheerenden Folgen. Doch mittlerweile hat sich die Region von den alten Mächten weitgehend ­unabhängig gemacht

Wolfgang Pomrehn

In diesen Wochen ist es 20 Jahre her, dass in Ost- und Südostasien Millionen Menschen buchstäblich über Nacht der Teppich unter den Füßen weggezogen wurde. Viele Jahre war die Wirtschaft der vier sogenannten Tigerstaaten Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur praktisch krisenfrei gewachsen, ebenso die vieler ihrer Nachbarn. Die Erwerbslosenquote war sehr niedrig, Arbeit für die meisten zwar schlecht bezahlt, aber hier und da hatten Gewerkschaften mancherlei Zugeständnisse erreichen können, und für den größten Teil der Arbeiterklasse war Hunger zu einer unbekannten Größe geworden. Das sollte sich im Sommer 1997 innerhalb weniger Wochen ändern.

Das Unglück nahm seinen Ausgang in Thailand. Das alte, autoritär regierte Königreich konnte eine Zeitlang die weltweit am schnellsten wachsende Volkswirtschaft vorweisen. Zwischen 1985 und 1995 legte die Wirtschaftsleistung um durchschnittlich 9,8 Prozent pro Jahr zu, begann dann allerdings ab 1996 zu lahmen. Ein...

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