05.08.2017 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Der Protestforscher ist eher links bis linksliberal«

Gespräch mit Peter Ullrich. Über die Widrigkeiten im Wissenschaftsbetrieb und die Gefahren der Vereinnahmung der eigenen Forschungen durch den Staat

Daniel Bratanovic

Sie sind Protest- und Bewegungsforscher. Was macht man da so?

Die Protest- und Bewegungsforschung, die übrigens in Deutschland mit seinem illiberalen und antikommunistischen Erbe anders als in den angelsächsischen Ländern nur schlecht institutionalisiert ist, produziert Wissen über einen gesellschaftlichen Teilbereich, dessen Rolle wächst und über den es in der Öffentlichkeit auch einen wachsenden Wissens- und Informationsbedarf gibt. Auf dieser Ebene besteht kein Unterschied zur Forschung über Amöben oder über soziale Ungleichheit. Es kommt allerdings darauf an, was man damit macht und wie man es macht.

Taugt denn dieser Vergleich? Es handelt sich dabei doch um Phänomene und Gruppen, die spezifische Ziele mit unterschiedlichen Mitteln anstreben, bisweilen die bestehende gesellschaftliche Ordnung kategorisch in Frage stellen und unter Umständen auch Mittel anzuwenden bereit sind, die staatlichen Stellen nicht sonderlich schmecken.

Es geht hier um d...

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