01.08.2017 / Ausland / Seite 6

Rechtes Gedenken

Polen feiert den Warschauer Aufstand von 1944 und lässt sowjetische Mahnmale schleifen

Reinhard Lauterbach, Poznan

Auch am heutigen Dienstag wird das öffentliche Leben in Polen wieder einen Augenblick lang stillstehen. Um Punkt 17 Uhr werden, wie jedes Jahr, die Sirenen heulen, Autos und Straßenbahnen stoppen und Passanten für einige Minuten innehalten. Das Ritual erinnert an den Beginn des Warschauer Aufstands von 1944, mit dem die der polnischen Exilregierung unterstehende »Heimat­armee« versucht hatte, der Befreiung der Stadt durch die Rote Armee zuvorzukommen. Der schlecht geplante und mangelhaft umgesetzte Aufstand wurde von deutschen Truppen in zwei Monaten blutiger Kämpfe niedergeschlagen und führte zum Tod von etwa 200.000 Zivilisten sowie zur flächendeckenden Zerstörung der polnischen Hauptstadt durch deutsche Brand- und Sprengkommandos. Das wankende Hitlerdeutschland wollte ein letztes Exempel statuieren.

Der Warschauer Aufstand, dessen Andenken unter anderem durch ein modernes und in der Aussage seiner Ausstellungen so stockreaktionäres wie heroisierendes M...

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