25.07.2017 / Ausland / Seite 6

Bundesregierung spielt auf Zeit

Berlin lässt Gerichtstermin zu Entschädigungsklage von Nachfahren namibischer Völkermordopfer platzen. Verhandlungen mit Windhoek stocken

Christian Selz, Kapstadt

Eigentlich hätte am vergangenen Freitag vor einem Gericht in New York über den Völkermord an den Herero und Nama verhandelt werden sollen, den deutsche Truppen zwischen 1904 und 1908 im heutigen Namibia verübt hatten. Bis zu 100.000 Menschen wurden damals getötet, die Opfer verloren große Teile ihres Landes, das sie bis heute nicht zurückbekommen haben. Die traditionellen Autoritäten der beiden Volksgruppen wollen deshalb mit ihrer Klage erreichen, an den Entschädigungsverhandlungen, die die Bundesregierung seit dem vergangenen Jahr mit der namibischen Regierung führt, teilnehmen zu dürfen. Es geht um eine offizielle Entschuldigung und um Reparationszahlungen, mit denen die andauernden wirtschaftlichen Folgen des Völkermords gemindert werden sollen. Doch gegen direkte Gespräche sträubt sich Berlin, weshalb nun auch der Gerichtstermin verschoben werden musste. Denn die Angeklagte blieb der Sitzung mit einer bemerkenswerten Begründung fern: Die Bundesregier...

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