25.07.2017 / Inland / Seite 4

»Angriff« mit leerem Feuerzeug

Dessauer Justiz stellt Aktivisten der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh vor Gericht

Susan Bonath

Während im thüringischen Themar Hunderte Neonazis und Rechtsrocker unter den Augen von Polizeihundertschaften ungestraft den Arm zum gebrüllten Hitlergruß heben konnten, liegen bei Dessauer Ordnungshütern und der Justiz die Nerven beim Thema Feuerzeuge blank. Der 62jährige Michael S., Mitglied der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh., muss sich am 2. August vor dem Dessauer Amtsgericht verantworten. Er soll versucht haben, Polizisten mit einer Handvoll leerer Feuerzeuge »gefährlich zu verletzen«.

Am 7. Januar 2016 gedachte die Ini­tiative mit einer Demonstration des Flüchtlings. Es war sein elfter Todestag. Oury Jalloh verbrannte 2005, an Händen und Füßen gefesselt, in einer Zelle des Polizeireviers Dessau bis zur Unkenntlichkeit. Die Umstände sind bis heute ungeklärt. Die Aktivisten werfen Polizei und Staatsanwaltschaft vor, Fakten vertuscht, Beweismittel manipuliert und Ermittlungen verschleppt zu haben.

Wie jedes Jahr machten die Demonstranten auch v...

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