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20.07.2017 / Feuilleton / Seite 10

Stimme der Besiegten

Mit »Die unerhörte Geschichte meiner Familie« hat Miljenko Jergovic einen großen Roman über das verschwundene Jugoslawien geschrieben

Elfriede Müller

»Die Macht ist auf seiten der Sieger, die Vorstellungskraft auf der der Besiegten.«

Miljenko Jergovic gehört zu den aufregendsten zeitgenössischen Schriftstellern, auch wenn lange noch nicht alles von ihm auf Deutsch vorliegt. Sein Mammutwerk, das 2013 mit dem Titel »Rod« (dt. Gattung, Geschlecht, Sippe, auch Familie) auf Kroatisch erschien, liegt nun in deutschen Buchhandlungen aus. Wer andere Werke des Schriftstellers kennt, wird sich über den albernen Titel wundern, denn auch wenn die Auflösung einer Familie beschrieben wird, so geht es doch wie immer bei Jergovic um die Geschichte Jugoslawiens: um dieses multikulturelle Land, das sowohl als Monarchie als auch als sozialistischer Staat gescheitert ist. Aber es geht auch um die gesamte Menschheit und das, was sie eigentlich ausmacht.

Der enzyklopädische Roman beginnt im frühen 20. Jahrhundert. Es ist keiner dieser pittoresken Familienromane, die die ganze Welt auf das Familienleben reduzieren wollen, so...

Artikel-Länge: 5290 Zeichen

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