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15.07.2017 / Geschichte / Seite 15

Freund und Helfer der Nazis

»Altonaer Blutsonntag« vor 85 Jahren: Polizei schießt auf Antifaschisten – ein Markstein auf dem Weg in den Faschismus

Michael Sommer

Im Schatten eines Hochhauses kreuzen sich zwei Fußwege. Südlich geht es zur Reeperbahn, Hamburgs Amüsiermeile, nördlich liegt ein Kinderspielplatz. Eine nichtssagende Ecke. Doch hier, am östlichen Rand des Hamburger Stadtteils Altona, liegt einer der Punkte, von denen das Verhängnis des deutschen Faschismus seinen Ausgang nahm. Hier fand jenes Gemetzel statt, das als »Altonaer Blutsonntag« in die Geschichte eingegangen ist.

Anfang der 1930er Jahre lagen dort, wo heute die Fußwege verlaufen, noch Wohnstraßen: Die Schauenburger- und die Große Johannisstraße trafen am Rande der eng bebauten Altonaer Altstadt aufeinander, die seinerzeit noch nicht zu Hamburg, sondern zu Preußen gehörte. Die Bevölkerung dort, vorwiegend Arbeiter, war »rot«. Die Wahlergebnisse sprechen für sich: Im September 1930 konnte die NSDAP in den Straßenzügen um die Kreuzung ganze 329 Stimmen für sich verbuchen, bei der Juliwahl 1932 brachte sie es auf 541, im November 1932 auf 377. Für ...

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