08.07.2017 / Thema / Seite 12

Die Mär vom Freihandel

Noch immer bestehen im weltweiten Warenhandel Zollschranken. Doch im Streit um die Ausgestaltung entsprechender Verträge geht es um mehr: Westliche Staaten wollen ihr neoliberales Modell unbeschränkter Eigentumsrechte exportieren

Jörg Goldberg

Als der chinesische Staatschef Xi Jinping auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos im Januar dieses Jahres ein Plädoyer für den Freihandel hielt und formulierte: »Wir müssen nein sagen zum Protektionismus«, da überschlugen sich Politik und Wirtschaftspresse. Während der Führer der »freien Welt«, US-Präsident Donald Trump, Konkurrenten mit Strafzöllen drohte, erklärte sein kommunistischer Widerpart: »Wir stehen für offene und transparente Freihandelsabkommen.« Das passte nicht ins Weltbild der Wirtschaftsliberalen.

Parole der wirtschaftlich Starken

Niemand, der sich an die Geschichte der Freihandelsdebatten – prominent zu erwähnen etwa Marx’ »Rede über die Frage des Freihandels«, gehalten 1848 in Brüssel¹ – erinnert, kann über diese nur scheinbar verkehrte Konstellation überrascht sein: Schon immer wurde die Haltung zum Freihandel von den jeweiligen ökonomischen Interessen und nicht von hehren Prinzipien bestimmt. Dass Deutschland mit sei...

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