08.07.2017 / Ausland / Seite 7

Sozialistische Zweisamkeit

Statt verordneter Prüderie investiert Kuba in das Intimleben seiner Bürger mit der Eröffnung staatlicher »Posadas«

Volker Hermsdorf

In Kuba will das staatliche Beherbergungsunternehmen »Empresa Provincial de Alojamiento de La Habana« (EPA-Habana) wieder eine Reihe von Hotels eröffnen, in denen Paare auch stundenweise Zimmer mieten können. Die Gewerkschaftszeitung Trabajadores erinnerte am Montag in einer Reportage daran, dass fast alle über 40 Jahre alten Kubaner noch solche »Posadas« genannten Häuser kennen. In der Krise nach dem Untergang der Sowjetunion zu Beginn der 1990er Jahre waren die Einrichtungen dann aber bevorzugt Menschen zur Verfügung gestellt worden, die durch Hauseinstürze oder Hurrikans obdachlos geworden waren. Für die Liebe wie für vieles andere habe einfach das Geld gefehlt, kommentierte die Zeitung. Künftig wolle der Staat aber wieder investieren, um Bürgern in beengten Wohnverhältnissen und jungen Leuten ein ungestörtes Intimleben zu bezahlbaren Preisen zu ermöglichen.

»Heute wird diese Dienstleistung von Privatleuten angeboten, die nach dem Verschwinden der berüh...

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