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30.06.2017 / Ausland / Seite 6

Vor einem Neubeginn

Die Linke in den G-20-Staaten. Heute: Südkorea. Verbot der Vereinten Fortschrittspartei schwächte und spaltete die Opposition

Hohyun Choi

Mehr als 15 Millionen Menschen gingen seit dem 5. Oktober 2016 in Südkorea auf die Straße und erzwangen schließlich die Absetzung von Präsidentin Park Geun Hye. Von den vorgezogenen Neuwahlen am 9. Mai profitierten allerdings nicht die fortschrittlichen Kräfte, sondern die liberal orientierte Demokratische Partei. Südkoreas Linke leidet noch unter den Folgen des Verbots der Vereinten Fortschrittspartei (UPP). So erreichte der Kandidat der erst 2016 gegründeten Vereinten Volkspartei (PUP), Kim Sun Dong, weniger als ein Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine andere linke Organisation, die Arbeiterpartei, konnte überhaupt keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Sim Sang Jung von der Gerechtigkeitspartei, einer sozial­demokratisch und linksliberal orientierten Abspaltung von der UPP, kam auf sechs Prozent der Stimmen. Sie wird von anderen Kräften jedoch als »pseudolinks« kritisiert.

Die UPP wurde am 19. Dezember 2014 vom südkoreanischen Verfassungsgericht für...

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