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28.06.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Es werden Pseudoprobleme diskutiert«

Über den Film »Auserwählt und ausgegrenzt« sowie den ­konstruierten Zusammenhang zwischen Israel-Kritik und Antisemitismus. Gespräch mit Rolf Verleger

Stefan Huth

Am vergangenen Mittwoch strahlte die ARD nach einer Kontroverse die Arte-WDR-Koproduktion »Auserwählt und ausgegrenzt« aus, in der es, so der Untertitel, um den »Hass auf Juden in Europa« gehen soll. Wie bewerten Sie diese Dokumentation, die trotz zahlreicher teils gravierender Mängel im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesendet wurde?

Der Film will Werbung für eine politische Sicht machen und legt überhaupt keinen Wert darauf, ein Problem ausgewogen darzustellen. Es ging den Machern offensichtlich von Anfang an darum zu zeigen, dass Antisemitismus eine Konstante in der deutschen Bevölkerung sei. Der Teil zu Frankreich läuft ja völlig separat nebenher. Vor allem sollte gezeigt werden, dass Kritik an Israel per se antisemitisch sei. Insofern ist der Film in sich stimmig, wenn die Autoren sich rasch nach Israel begeben und fragen: Gibt es denn berechtigte Vorwürfe gegen diesen Staat? Und die Antwort dann unumwunden lautet, nein, die gibt es nicht. Daraus ...

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