27.06.2017 / Titel / Seite 1

Bouffier wäscht sich rein

NSU-Mord in Kassel: Hessens Ministerpräsident beharrt vor Ausschuss darauf, richtig gehandelt und keine Ermittlungen behindert zu haben

Claudia Wangerin

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat alles richtig gemacht, als er im Jahr 2006 die Ermittlungen im Kasseler Mordfall Halit Yozgat blockierte – davon ist der damalige Landesinnenminister heute noch überzeugt. In einem längeren Statement verteidigte Bouffier am Montag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags seinen damaligen Entschluss, die V-Leute des Verfassungsschutzbeamten Andreas Temme nicht direkt von der Polizei befragen zu lassen. Wie der SPD-Abgeordnete Tobias Eckert und die Initiative »NSU-Watch Hessen« aus der Ausschusssitzung mitteilten, sprach Bouffier von einer richtigen Entscheidung im Einzelfall.

Der V-Mann-Führer Andreas Temme war zum Zeitpunkt des Mordes in Yozgats Internetcafé an einem der Rechner eingeloggt gewesen, hatte sich aber nicht als Zeuge gemeldet und galt daher für kurze Zeit als Hauptverdächtiger. Von den Schüssen auf Yozgat will er nichts bemerkt haben. Neben mehreren V-Leuten im Bereich »Islamismus«...

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