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24.06.2017 / Feuilleton / Seite 10

Fast eine Karikatur

Den Arsch in Bewegung halten: Gunter Gabriel machte auf Malocher, Sünder und Truppenbetreuer

Sebastian Friedrich

Es war mal wieder so ein Gunter-Gabriel-Moment. Im Januar 2007 saß er in einer Freitagabend-Talkshow und berichtete über seine Schulden. Plötzlich hielt er einen Zettel mit seiner Handynummer in die Kamera und forderte die Zuschauer auf, ihn zu buchen – für 1.000 Euro pro Abend. Das war der Beginn seiner Comeback-Tour, durch die Wohnzimmer seiner Fans. Nach zwei Jahren hatte er tatsächlich 500.000 Euro beisammen.

Seine Karriere begann Anfang der siebziger Jahre. Gabriel präsentierte sich als der Sänger der Malocher − zu einer Zeit, in der die Leistungsideologie noch funktionierte. Die ehrlichen Arbeiter waren noch so bescheiden wie das SPD-Parteiprogramm, hatten zu Hause eine hübsche Frau, ein paar (hoffentlich nicht zu gammlige) Kinder und genug Kohle, um einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren − und sich auch mal ordentlich einen reinzuschütten.

Es war die auch eine Zeit, in der sich selbst die Reformisten darüber im klaren waren, dass bessere Arbeitsbedin...

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