15.06.2017 / Feuilleton / Seite 10

Wie eine Pietà-Figur

Das Publikum möge schweigen: Wie die Neuköllner Oper den Mord an Benno Ohnesorg auf der Bühne verhandelt

Anja Röhl

Die Neuköllner Oper beschäftigt sich mit dem politischen Mord an Benno Ohnesorg in Westberlin vor 50 Jahren. Dessen Erschießung durch den Westberliner Polizeibeamten Karl-Heinz Kurras am 2. Juni 1967 radikalisierte die Protestbewegung und die »Neue Linke«. Die Neuköllner Oper ist selbst ein Produkt dieser Revolte.

Das Musiktheater »Der Schuss 2.6.1967« von Arash Safaian (Musik) und Bernhard Glocksin (Text), soll nun auf keinen Fall »dokumentarisches Theater« sein, schreibt letzterer im Programmheft. Kein Musical, kein Singspiel, nichts Komödiantisches, sondern ein nächtlicher Alptraum und eine Vorschau auf das, was nach dem Schuss kam. Für die Inszenierung von Fabian Gerhardt wurden »Theaterleute, die das Prozesshafte betonen« ausgewählt und das deutsch-isländische Ensemble Adapter für die Musik.

Premiere war selbstredend am 2. Juni dieses Jahres. Am vergangenen Samstag wurde vor der Aufführung diskutiert: »Schuss und Echo. Was bringt das Erinnern an den To...

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