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13.06.2017 / Feuilleton / Seite 10

Oller Marx

Helmut Höge

Wenn westliche Wissenschaftler sich Marx widmen, geschieht das spätestens seit der »Wende«, in deren Zuge BRD-Arbeitsminister Norbert Blüm tönte: »Marx ist tot, aber Jesus lebt!«, fast immer ironisch, distanziert, mit der Handkante und eigentlich missmutig. Oft geht es dabei um einen schnellen Beweis, dass »Marx« überholt sei, veraltet – nicht mehr der Rede wert. Es verhält sich dabei ähnlich wie mit den »68ern«: Noch Ende der 80er bezeichneten sich reaktionär gewesene Dozenten und Politiker gerne als »68er«, sogar der ehemalige CDU-Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen. Aber dann distanzierten sich alle möglichen Trottel von »68«, und gefielen sich darin, herauszuarbeiten, dass die »68er« an allem schuld seien, vom Zerfall der Familie über die Drogen- und Partysucht der Jugendlichen und die allgemeine Politikverdrossenheit bis zum weltweiten Terrorismus. Gelegentlich bedient man sich dabei der Renegaten, der abgefallenen »68er«, die es ja genau wiss...

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