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09.06.2017 / Ausland / Seite 8

»Im Gefängnis sitzen gerade Benachteiligte«

Delikte der Besitzlosen lassen sich leichter nachweisen als jene der Vermögenden. Gespräch mit Arno Pilgram

Christof Mackinger

Sie beschäftigen sich schon lange mit dem Strafvollzug, seiner Entwicklung und der sogenannten Normgenese, also damit, wie gesellschaftliche Normen geschaffen und erhalten werden. Man kann das Gefängnis als Ort betrachten, an dem sich ein Ausschnitt jener versammelt, die diesen Normen nicht entsprechen. Wen trifft man dort?

In Gefängnissen sitzt kein repräsentativer Schnitt aus der Bevölkerung, weder in Österreich noch anderswo. Menschen mit einem guten Leumund, mit sozialem Kapital, wird man im Gefängnis weniger oft finden. Es ist nicht so, dass juristische Grenzen in privilegierten sozialen Schichten nicht überschritten würden. Aber es gibt naive und raffinierte Delikte – und erstere, die unter Einsatz körperlicher Mittel begangen werden oder Gewalt gegen Dinge darstellen, sind leichter zu verfolgen. Das Ausnützen rechtlicher Spielräume sowie von Lücken an der Grenze zur Kriminalität ist schwerer zu verfolgen, etwa im Bereich der Korruption und der Wirts...

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