03.06.2017 / Inland / Seite 2

»Kinder können am Schulessen nicht teilnehmen«

Nationale Armutskonferenz kritisiert die wachsende Not. Diese spüren Betroffene im reichen Deutschland besonders hart. Gespräch mit Barbara Eschen

Susan Bonath

Sie vertraten beim Evangelischen Kirchentag in Berlin diese These: »Wer in Deutschland arm ist, ist besonders arm dran«. Armut in einem reichen Land zeige sich nicht allein durch Hunger, vielmehr äußere sie sich durch eine »bittere Ausgrenzung«. Wie wirkt das auf Betroffene und ihre Kinder?

Relative Armut ist im Verhältnis zum Wohlergehen der Bevölkerung zu sehen. Wer bei uns weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens hat, kann sich in der Gesellschaft nicht frei bewegen. Kindern in Hartz-IV-Familien fehlen oft schon wesentliche Dinge für die Schule. Sie können nicht mithalten, nicht am Schulessen teilnehmen. Hinzu kommt, dass sie eine Sonderrolle einnehmen, etwa nicht beim Verein mitspielen können, weil sie keine Fußballschuhe haben. Das wirkt sich auf das Selbstwertgefühl aus, macht depressiv.

Der Wissenschaftler Richard Wilkinson hat mal untersucht, was Menschen weltweit besonders krank an der Armut macht. Demnach fühlen sich Arme in einer ungleiche...

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