01.06.2017 / Inland / Seite 8

»Drogenfreie Gesellschaft wird es nicht geben«

Umgang der Bundesregierung mit den Suchtmitteln ist gescheitert. Repression muss zurückgefahren werden. Gespräch mit Urs Köthner

Kristian Stemmler

Sie haben am Dienstag mit Kollegen den vierten Alternativen Suchtbericht in Berlin vorgestellt. Tenor des Reports: Die offizielle Drogenpolitik ist gescheitert. Wie kommen Sie zu dem Schluss?

Die vorherrschende Prohibitionspolitik hat die Verfügbarkeit von Drogen nicht eingeschränkt und produziert erhebliche Kollateralschäden und Kosten für Drogengebraucher und die gesamte Gesellschaft. Die Gefahren, welche durch Drogen verursacht werden können, werden nicht reduziert, sondern durch diese Politik potenziert. Eine drogenfreie Gesellschaft hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben.

Derzeit werden Millionen in den »Kampf gegen die Dealerszene« investiert.

Ja. Es wird versucht, mit polizeilicher und strafrechtlicher Repression »das Drogenproblem« zu lösen oder wenigstens weniger sichtbar zu machen, wie aktuelle Beispiele im Görlitzer Park – Stichwort: Null-Toleranz-Zone – und die Taskforce der Polizei in Hamburg zeigen. Solche Maßnahmen kosten sehr viel Ge...

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