29.05.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Damit sie im Exil nicht in Vergessenheit geraten«

Bundesregierung sollte zu Schriftstellern im Exil klar Stellung beziehen. Ein Gespräch mit Sascha Feuchert

Gitta Düperthal

PEN setzt sich mit zwei Programmen »Writers-at-Risk« (früher Writers-in-Prison) und »Writers-in-Exile« für Schriftsteller ein, die in ihren Heimatländern im Gefängnis sitzen, dort in Lebensgefahr sind oder nach ihrer Flucht in der Bundesrepublik im Exil leben. Was kann die Schriftstellervereinigung für sie tun?

Wir versuchen, unsere Kollegen in ihren Ländern und im Exil in Deutschland zu unterstützen, mit Lobbyarbeit auf ihre Fälle aufmerksam zu machen. Wir sind im Kontakt mit ihren Familien oder den PEN-Zentren vor Ort, signalisieren Solidarität, damit sie nicht allein bleiben und in Vergessenheit geraten. Ziel ist zudem, die Bundesregierung dazu zu bringen, die verfolgten Literaten gegenüber der jeweiligen Regierung zu vertreten und sich klar gegen die Unterdrückung der Meinungsfreiheit zu äußern. Im Fall der Türkei war sie lange zu zögerlich. Obgleich sie nun klarere Worte findet, hat sich etwa im Fall des inhaftierten Journalisten Deniz Yücel nichts be...

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