24.05.2017 / Inland / Seite 4

Nebenkläger sehen Gefahr

Prozess gegen »Gruppe Freital«: Bedenken gegen Nennung von Bewohnern eines linken Hausprojekts vor angeklagten Neonazis

Sebastian Lipp

»Was sie wollen, ist ausforschen«, warf Nebenklageanwältin Kristin Pietrzyk am Dienstag Verteidigern der »Gruppe Freital« vor dem Oberlandesgericht Dresden vor. Sie nahm damit Stellung zum Antrag der Anwälte des Angeklagten Rico Knobloch, die Namen sämtlicher Zuhörer im Gerichtssaal in nichtöffentlicher Sitzung zu verlesen. Es gehe darum, frühere Bewohner eines linken Wohnprojektes in der Dresdner Overbeckstraße, das zum Anschlagsziel geworden war, und einer anderen Wohnung zu identifizieren, um sie vom Publikum auszuschließen. Begründung: Sie kämen für die Verteidiger der Neonazis als Zeugen in Betracht.

»Sie verlangen«, erwiderte Nebenklagevertreter Alexander Hoffmann, »dass diese Namen Verfahrensgegenstand werden«. Dies bekämen dann auch die Angeklagten mit, denen immerhin die Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird. Das sei »unter keinen Umständen mit dem Öffentlichkeitsprinzip vereinbar«, da es einschüchternd auf Personen wirke, die...

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