20.05.2017 / Thema / Seite 12

Archaische Reste

Saisonende. Über Blutgrätschen, Kampfschweine und Hooligans im Fußball

Richard Gebhardt

In diesen Tagen erscheint im Kölner Papy-Rossa-Verlag der von Richard Gebhardt herausgegebene Sammelband »Fäuste, Fahnen, Fankulturen. Die Rückkehr der Hooligans auf der Straße und im Stadion«. Wir veröffentlichen daraus mit freundlicher Genehmigung von Verlag und Autor den Aufsatz des Herausgebers in einer stark gekürzten Fassung. (jW)

»Wir steh’n in uns’rem Block

und singen uns’re Lieder

Wir schwör’n auf uns’re Farben

und machen alles nieder«

Dürre, anspruchslose, unpoetische Sätze bar jeder Ironie, jeder Distanz zum eigenen Handeln. Dumm wie eine alkoholbefeuerte Schlägerei, stumpf wie Rumpelfußball. Nicht das schöne, das furchtbar hässliche Spiel auf den Rängen wird hier besungen. Aber die Philosophie des Hooliganismus wird knapp auf den Punkt gebracht – von der anachronistischen Beschwörung des Eigenen, der Feinderklärung gegen die andere Mannschaft und deren Anhänger bis hin zum Kult der Gewalt. Die Band, die diese Brachiallyrik Anfang der 1980er Jahre...

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