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19.05.2017 / Feuilleton / Seite 11

Der professionelle Blick

Ein seltener Glücksfall: DEFA-Regisseur und Kameramann Roland Gräf (1934–2017)

F.-B. Habel

Genaugenommen ist es der Partei zu verdanken, dass wir diesen Großen der DEFA hatten. Als Roland Gräf 1954 mit zwanzig Jahren als einer ihrer ersten Studenten an der Deutschen Hochschule für Filmkunst angenommen wurde, wie die Babelsberger Schule bei Gründung hieß, spielten nicht nur seine Begabung und Vorbildung eine Rolle. »Ich war im Jahr zuvor Kandidat der SED geworden«, erzählte er einmal. »Sie hätten ohne mich keinen Genossen in der Seminargruppe gehabt, und sie meinten, sie brauchten einen.«

Bei der DEFA arbeitete der Diplom-Kameramann ab 1960, doch verlief seine Karriere nicht reibungslos. Der Film »Wind von vorn«, den er mit dem jungen Regisseur Helmut Nitzschke 1962 drehte, konnte wegen angeblicher künstlerischer Mängel nicht fertiggestellt werden, und Gräf musste »zur Strafe« Fernsehfilme drehen. Doch der begriff das als Chance zum Lernen. Seinen nächsten Kinofilm initiierte Dramaturgin Christel Gräf, seine Frau. Sie setzte durch, dass der Dokfi...

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