18.05.2017 / Ausland / Seite 7

Hass auf Minderheiten

Indonesien: Schwule zur Auspeitschung verurteilt. Präsident will Fundamentalismus eindämmen

Thomas Berger

Es schien, als wollten die Richter ein Zeichen setzten: Ausgerechnet am Mittwoch, dem Internationalen Tag gegen Homophobie hat ein islamisches Gericht in der indonesischen Provinz Aceh zwei homosexuelle Männer zur öffentlichen Auspeitschung verurteilt. Sie sollen jeweils 85 Peitschenhiebe erhalten. Das Urteil gegen die 20 und 23 Jahre alten Männer ist das erste seiner Art in Indonesien. Eine Ausbreitung des religiösen Fundamentalismus und der Intoleranz gegenüber Minderheiten ist jedoch schon länger zu beobachten.

Die Regierung verkündete, dem Fundamentalismus Einhalt gebieten zu wollen. Präsident Joko »Jokowi« Widodo wies am Dienstag die Spitzen der Sicherheitskräfte an, stärker gegen Hass­prediger vorzugehen. Welche Maßnahmen er Polizei und Militär (TNI) dabei genau nahegelegt hat, wurde aber zunächst nicht bekannt.

Dass Widodo die Einheit des Inselstaates in Gefahr sieht, illustriert auch seine Rede, die er am gleichen Tag zur Eröffnung des 19. nationale...

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