17.05.2017 / Feuilleton / Seite 11

Stärkere Strahlkraft

Über Rassismus und Ressentiments in der Polizeiarbeit am Beispiel der Mord- und Anschlagsserie des NSU

Markus Mohr

Heute abend wird im Schauspiel Köln das »Tribunal ›NSU-Komplex auflösen‹« eröffnet, bei dem Ini­tiativen und Einzelpersonen, die mit den Betroffenen der Mord- und Anschlagsserie solidarisch verbunden sind, zu Wort kommen sollen. Sie sollen den »strukturellen Rassismus«, so die Veranstalter, des »NSU-Komplexes« verdeutlichen. Hierbei ist es lohnenswert, die Widersprüche im Polizeiapparat zu untersuchen, wie es der Politologe und Aktivist Markus Mohr getan hat. (jW)

Für die Polizei war 2006 ein Schlüsseljahr bei der Auf- bzw. Nichtaufklärung der neun NSU-Morde. Von 2000 bis 2006 hatte es neun Morde an Migranten gegeben. Nach dem achten Mord an Mehmet Kubasik am 4. April und dem neunten Mord an Halit Yozgat am 6. April führten mehrere Spuren zu den Neonazis. Bis dahin hatte die Polizei ohne konkretes Ermittlungsergebnis die These verfolgt, die Mordserie sei der organisierten Kriminalität zuzurechnen, was auch so öffentlich kommuniziert wurde.

So konnte man im ...

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