17.05.2017 / Feuilleton / Seite 10

Van Hoddis, Mahr

Jubel der Woche

Jegor Jublimov

In den Hackeschen Höfen in Berlin kamen 1909 literarisch interessierte Leute von Anfang Zwanzig als »Der Neue Club« zusammen, um ihre Texte auszuprobieren. Kurt Hiller und Jakob van Hoddis waren Begründer, Georg Heym stieß bald dazu. Mit dem »Neopathetischen Cabaret« dieser Vereinigung nahm der Expressionismus Fahrt auf.

»Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, In allen Lüften hallt es wie Geschrei«, beginnt Jakob van Hoddis’ epochales Gedicht »Weltende«. Van Hoddis ist ein Anagramm des Familiennamens des jungen Dichters Hans Davidsohn. Gestern vor 130 Jahren wurde der Sohn eines jüdischen Sanitätsrats in Berlin geboren.

Mütterlicherseits war die Lyrikerin Friederike Kempner seine Großtante. Von der stammen etwa die Zeilen: »Witzli Putzli sei vergeben – Alle Poesie ist rein!« Das liest sich wie eine Frühform des Dadaismus, zu dem Jak...

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