17.05.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Keine Heilung für Arme

»Arzneiinnovationen« sind für reiche Industriestaaten bestimmt, vernachlässigt wird der Süden. Hochschulforschung begünstigt den Trend

Ralf Wurzbacher

Die Universität Köln kooperiert mit der Bayer AG, die Uni Mainz mit der Boehringer-Ingelheim-Stiftung, einem Anhängsel des gleichnamigen Pharmaunternehmens. Wie sie zusammenarbeiten, zu welchem Zweck und wessen Nutzen, soll keiner wissen. Im Fall Mainz erzwang ein Richterspruch die Offenlegung der Verträge. Gegenteilig entschied Justitia vor zwei Jahren in der Causa der Kölner Uni. Ihr Kontrakt mit dem deutschen Chemiegiganten bleibt unter Verschluss. Das alles macht argwöhnisch. Was hat eine öffentliche, dem Gemeinwohl verpflichtete Einrichtung mit einem Weltkonzern am Laufen, was die Öffentlichkeit nichts angeht? Oder anders herum: Dient vielleicht das, worum es geht, gerade nicht dem Gemeinwohl?

Davon muss man ausgehen. Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse (TK), hatte anlässlich der Vorstellung des »TK-Innovationsreports« im September 2015 moniert, die Arzneimittelhersteller forschten am Bedarf der Patienten vorbei. »Die Innovationen fokussieren a...

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