13.05.2017 / Ansichten / Seite 8

Trump schwer beschädigt

US-Präsident entlässt FBI-Chef

Knut Mellenthin

Dass Donald Trump gern Leute feuert und daraus einen Teil seines Selbstwertgefühls bezieht, ist allgemein bekannt. Aber bei der Entlassung von FBI-Chef James Comey am Dienstag offenbarte der 45. Präsident der USA eine Seite seines Wesens, die selbst seine Gegner bei ihm nicht vermutet hatten: Trump ist feige und im Grunde konfliktscheu.

Erstens: Dem Herrn über ein milliardenschweres Geschäftsimperium war das Format zuzutrauen, einer Führungsperson der nationalen Sicherheitsstrukturen die Kündigung im traditionellen »Gespräch von Mann zu Mann« persönlich mitzuteilen. Statt dessen ließ er das Entlassungsschreiben im FBI-Hauptquartier abgeben. Comey, der sich auf Dienstreise befand, erfuhr aus dem Fernsehen, dass er gefeuert worden war.

Zweitens: In dem Schreiben nannte Trump keine eigenen Gründe für seinen Schritt, sondern versteckte sich hinter zwei Personen, deren »Empfehlung« er »angenomm...

Artikel-Länge: 2790 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe