10.05.2017 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Innere Führung

Jörg Kronauer

Die Innere Führung ist die offizielle Führungsphilosophie der Bundeswehr. Sie soll dafür sorgen, dass die Truppe zwei Dinge unter einen Helm bekommt: einerseits die Eigenschaften, die man braucht, um auf Befehl und strikt gehorsam kämpfen und töten zu können, andererseits das Bewusstsein, als Bürger eines demokratischen Rechtsstaats dessen Prinzipien fest verpflichtet zu sein. Die Notwendigkeit, diese Doppelrolle zu betonen, ergab sich während der Gründungsphase der Bundeswehr in den 1950er Jahren, als die bundesdeutschen Militärplaner unter dem kritischen Blick der Westalliierten darangingen, ihre Streitkräfte möglichst demokratiekompatibel zu gestalten. »Durch die Innere Führung werden die Werte und Normen des Grundgesetzes in der Bundeswehr verwirklicht«, heißt es bis heute in der Zentralen Dienstvorschrift der deutschen Soldaten: »Sie bildet die Prinzipien von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in den Streitkräften ab. Ihr Leitbild ist der ›...

Artikel-Länge: 3954 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe