10.05.2017 / Titel / Seite 1

Neuer Käse von Hartz

Vorbestrafter Vordenker der »Agenda 2010« will Arbeitsprogramm in Berlin und Paris umsetzen. Präsident Macron kennt die Pläne bereits

Simon Zeise

Es seien »wieder unkonventionelle Wege nötig«, sagte der Architekt der Agenda 2010, Peter Hartz, am Dienstag in Berlin. Der Namenspatron der Armutsgesetzgebung hatte ein neues Arbeitsprogramm im Gepäck.

Und das hat es in sich. »Die Arbeitsmarktreform der Agenda 2010 war ein Erfolg.« Auch wenn dieser seinen Preis habe. Denn trotz der »Flexibilisierung des Arbeitsmarkts« sind in Deutschland eine Million Menschen langzeiterwerbslos. Mehr als eine viertel Million Jugendliche sind von der Produktion ausgeschlossen. Auf die hat es Hartz abgesehen. Denn er ist sich sicher: »Unternehmer können Verantwortung für Mitarbeiter auch in schwierigen Zeiten übernehmen.« Das hat er selbst erlebt, als Personalvorstand von Volkswagen »kümmerte« er sich zehn Jahre lang mit Bordellbesuchen, Maßanzügen und Schmuck im Wert von 2,6 Millionen um »seinen« Betriebsrat. Zwei Jahre auf Bewährung bekam er dafür. Doch seine Rente ist sicher – die erhält er vom Betrieb.

Im Gegensatz zur A...

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