09.05.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Menschen am Gängelband des Jobcenters

Nicht »alimentieren«: BA-Chef liebäugelt mit Arbeitszwang statt »bedingungslosem Grundeinkommen«

Susan Bonath

Technologie und Digitalisierung machen immer mehr bezahlte Jobs überflüssig. Um so härter will der neue Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele (SPD), die Opfer der Entwicklung in den Arbeitsmarkt pressen. Damit sich »Arbeitslosigkeit nicht vererbt«, sollen Vermittler im Jobcenter Eltern dazu anhalten, ihren Nachwuchs so früh wie möglich in eine Kinderkrippe zu geben. »Wir könnten künftig solche elterlichen Pflichten als Auflage festschreiben, bevor wir bestimmte Maßnahmen bewilligen«, sagte er in einem Interview das in mehreren Regionalzeitungen (u. a. Berliner Morgenpost) am Montag veröffentlicht wurde. Was jeder Hartz-IV-Bezieher weiß: Wer Auflagen nicht einhält, dem wird das Existenzminimum gekürzt.

Eine Zwangsunterbringung von Kindern, damit die Eltern für den Arbeitsmarkt verfügbar sind? Der Weg dahin sei längst geebnet, machte der SPD-Mann deutlich. »Wir stimmen uns diesbezüglich bereits heute deutlich stärker mit Schulträgern und Jug...

Artikel-Länge: 3863 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe