10.05.2017 / Thema / Seite 12

Vorposten Baltikum

Als Aufmarschgebiet der dort präsenten NATO-Truppen gegen Russland taugen Estland, Lettland und Litauen nicht. Das Militärbündnis könnte aber mit der Stationierung einen anderen Zweck verfolgen

Reinhard Lauterbach

Noch 1989 standen sowjetische Truppen 100 Kilometer östlich von Hannover. Heute stehen NATO-Truppen 150 Kilometer westlich von St. Petersburg. Der Zusammenbruch des Realsozialismus hat auch große geopolitische Verschiebungen in Europa mit sich gebracht, zugunsten des Westens und zu Lasten Russlands. Man soll sich nicht täuschen und glauben, im Zeitalter der Interkontinentalraketen seien solche geographischen Faktoren unwesentlich geworden. Sie sind es nicht. Sie bestimmen zumindest die Vorwarnzeiten, und im übrigen sind die Interkontinentalraketen ja aus Sicht der Militärstrategen beider Seiten als Ultima ratio gedacht und haben den Erfindungsgeist der Militärs hinsichtlich dessen, was man euphemistisch den »konventionellen« Krieg nennt, mitnichten träge werden lassen.

Reden wir also ein paar Takte über Geographie. Russland hat angesichts seiner Lage ohne natürliche oder wenigstens leicht zu verteidigende Grenzen und angesichts der Erfahrung, dass es – vom...

Artikel-Länge: 21909 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe