05.05.2017 / Feuilleton / Seite 11

Man sieht nur wenig Blut

Zwiespältiger Schrecken: Jonathan Littells Dokfilm »Wrong Elements« über ehemalige Kindersoldaten in Uganda

Kai Köhler

Schriftsteller Jonathan Littell ist ein Spezialist dafür, wie sich Menschen in Kriegen verhalten. Reportagen aus Tschetschenien, Georgien und Syrien zeigen dies, vor allem aber sein monumentaler Roman »Die Wohlgesinnten« (2006, dt. 2008), der den faschistischen Völkermord an der Judenheit aus Sicht eines Täters schildert. Das Buch ist eine eindrucksvolle Analyse von ökonomischen und politischen Interessengegensätzen innerhalb des SS-Apparats, aber gleichzeitig – wenn es kapitellang von sexuellen Eigentümlichkeiten der Hauptfigur handelt – nicht frei von Sensationshascherei.

Mit Spannung und Bedenken erwartete man den ersten Film des 49jährigen Autors: »Wrong Elements«, eine Dokumentation, die den Einsatz von Kindersoldaten im ugandischen Bürgerkrieg zum Thema hat. Unter Rebellenführer Joseph Kony hat die »Widerstandsarmee des Herren« seit 1987 Zehntausende von Kindern entführt, die Jungen in den Krieg gezwungen und die Mädchen als Sklavinnen unter den Komm...

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