02.05.2017 / Ausland / Seite 6

Rekordstreik gegen Regierung

Millionen folgten in Brasilien Aufrufen der Gewerkschaften zu einem landesweiten Ausstand gegen Abbau sozialer Rechte

Peter Steiniger

Es war ein schwarzer Freitag für Brasiliens Machthaber: Gewerkschaften, Oppositionsparteien und soziale Bewegungen machten ihr Vorhaben wahr, das Land für 24 Stunden stillstehen zu lassen. Der erste nach 21 Jahren wurde der wahrscheinlich größte Generalstreik in der brasilianischen Geschichte. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich 35 bis 40 Millionen Menschen an diesem Akt kollektiver Empörung gegen neoliberale Reformen, mit denen die Rechtsregierung von Präsident Michel Temer das Arbeitsrecht schleifen und die Renten kürzen will. Der öffentliche Nahverkehr in den großen Städten war weitgehend lahmgelegt, Schulen blieben ebenso geschlossen wie Banken und Behörden. Auch in vielen Betrieben wurde die Arbeit niedergelegt. Groß war die Beteiligung am Streik unter den Beschäftigten der Erdölindustrie und den Metallern der Automobilbranche im Großraum von São Paulo, wo kein Fahrzeug mehr vom Band lief.

Die sonst belebten Straßen im Zentrum der Metropole São...

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