28.04.2017 / Thema / Seite 12

Gekaperter Kampftag

Die Besetzung des 1. Mai durch die Faschisten und andere Rechte hat eine lange Tradition – ein Überblick

Bernd Langer

»Arbeiterkampftag«, »Kapitalismus zerschlagen« ist auf Transparenten zu lesen und dröhnt es aus den Lautsprechern. Hochgezogene Transparente, Vermummte dahinter schwenken Pyros, die Polizei ist dicht am schwarzen Block. Rangeleien, die Staatsmacht schlägt zu, erste Verhaftungen. Eine Situation, wie sie bei 1.-Mai-Demos nicht selten zu finden ist. Der erste Blick kann jedoch trügen.

Vom äußeren Erscheinungsbild sind die Demonstrationen der Neonazis kaum noch von »revolutionären« linken Manifestationen zu unterscheiden. Die Rechten würden einfach alles von den Linken stehlen, meinen letztere. Als historisches Beispiel gilt die rote Fahne, die Adolf Hitler ganz bewusst übernahm, um sein Hakenkreuz darauf zu platzieren. Ähnlich war es mit dem Parteinamen. Die SDAP war die erste linke, marxistische Partei in Deutschland, gegründet von Wilhelm Liebknecht und August Bebel. Hitler setzte einfach ein »N« davor, mit der Absicht, den Namen und Teile der Tradition zu ...

Artikel-Länge: 19978 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe