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26.04.2017 / Ausland / Seite 2

»Syriza wollte Einschnitte mildern«

Behauptungen der Bundesregierung über die griechische Politik treffen ­häufig nicht zu. Gespräch mit Axel Troost

Gitta Düperthal

Sie vertreten die These, dass die Bundesregierung falsche Behauptungen zur griechischen Politik verbreitet. So werde etwa kolportiert, dass dort zu hohe Renten ausgezahlt würden. Wie schätzen Sie das ein?

Die staatlichen Ausgaben und Sozialsysteme in Griechenland unterscheiden sich im Durchschnitt nicht wesentlich von denen anderer Länder Europas. Das Geld wird nur anders verteilt. In Deutschland gibt es beispielsweise eine Krankenversicherung, eine Arbeitslosenversicherung und eine Rentenversicherung. In Griechenland dagegen gibt es bislang keine Sozialhilfe, auch keine längerfristige Grundsicherung für Erwerbslose. Renten dienen daher nicht nur dazu, die ältere Generation zu versorgen. Die ausgezahlten Beträge beinhalten eine Familienhilfe, um etwa Kinder zu unterstützen, die aufgrund von längerer Arbeitslosigkeit oder mangelnder Erwerbsfähigkeit nicht über eigene Einkünfte verfügen. Gegen die kolportierten Aussagen spricht zudem, dass 43 Prozent der Ren...

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