26.04.2017 / Titel / Seite 1

Erdogans nächster Krieg

Dutzende Tote durch türkische Luftangriffe im Irak und in Nordsyrien. Ankara zieht Truppen an der Grenze zusammen

Peter Schaber, Kamischli

Türkische Kampfflugzeuge haben in der Nacht zum Dienstag Gebiete im Nordirak und in ­Syrien angegriffen. Die Attacke, die ersten Meldungen zufolge Dutzende Todesopfer forderte, richtete sich gegen Hochburgen der kurdischen Befreiungsbewegung. Erstmals beschränkten sich die Bombardements nicht auf die Gebirge in der türkisch-irakischen Grenzregion, in denen Ankara die Führung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vermutet. Der Einsatz erstreckte sich auf syrisches und irakisches Territorium: Im Norden Syriens wurden eine Zentrale der kurdischen Volksverteidigungskräfte YPG sowie die Sendestation des Radiokanals Denge Rojava zerstört.

Gab es in den vergangenen Monaten des öfteren bewaffnete Provokationen gegen die kurdische Selbstverwaltung in Nordsyrien, so hat der jüngste Angriff eine neue Qualität. Auch weil die türkische Luftwaffe zeitgleich im Irak die Siedlungsgebiete der Jesiden im Sindschar attackierte. Dort wurde eben...

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