25.04.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Strategie des Terrors

Internationale Medien verbreiten eifrig die Zahl der bei Protesten in Venezuela getöteten Menschen. Die Hintergründe interessieren weniger

André Scheer

In Venezuela ist die Zahl der in Folge der Gewaltwelle in den vergangenen Wochen getöteten Menschen auf 21 gestiegen. Am Sonntag (Ortszeit) erlag Almelina Carrillo im Krankenhaus den schweren Verletzungen, die sie am vergangenen Mittwoch am Rande einer Demonstration von Chavistas erlitten hatte. Aus einem nahen Hochhaus hatten mutmaßliche Regierungsgegner Flaschen und andere Gegenstände aus den Fenstern auf die Demonstranten geworfen, eine traf die 47jährige.

Die Bilder der schwer verletzten Frau kursierten schon unmittelbar nach dem Ereignis im Internet. So veröffentlichte das Portal El Cooperante das Foto unter der Überschrift »Angriff auf das Volk« – und behauptete, dass die Attacke einer »Oppositionsdemonstration« gegolten habe. Ähnlich berichtete auch der von Kolumbien aus gegen Venezuelas Regierung hetzende Propagandasender NTN24. Die Nachrichtenagentur AFP meldete am Montag zwar, dass die Getötete eine Anhängerin von Präsident Nicolás Maduro war, un...

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