24.04.2017 / Feuilleton / Seite 10

Stimme frisst Feuer

Kommt zusammen, ihr Wünsche, Ängste und Mitbewohner: »Kopfkino« an der Neuköllner Oper in Berlin ist ein tolles Psycho-Agit-Prop-Musical

Anja Röhl

Wie spannend ist eine WG? »Kopfkino« an der Neuköllner Oper ist aufrüttelndes realistisches Theater. Peter Lund (Text), Thomaus Zaufke (Musik) und der Abschlussjahrgang Musical der Berliner Universität der Künste schaffen hier so etwas wie eine Kritische Psychologie der kapitalistischen Krise. Im Prinzip werden alle heutigen Probleme angeschnitten, dazu Fragen und Handlungsstrategien diskutiert und trotzdem ist es eine stringent verdichtete Geschichte.

Das Stück spielt in einer etwas heruntergekommenen WG in einem berlintypischen Gentrifizierungsmilieu, vielleicht Prenzlauer Berg oder Neukölln. Ein schüchterner Junge bewirbt sich bei einem verkrachten Paar, wird angenommen und dann wird geschildert, wie sich diese drei Menschen kennenlernen. Wie unter einem Brennglas werden Entfremdung und Vereinsamung sichtbar.

Die Wohnung ist unrenoviert und schmutzig, das Zimmer ist dunkel, eigentlich ein Loch, kostet aber 500 Euro. Die Bewohner sind nur mäßig aneinander...

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