20.04.2017 / Ausland / Seite 6

Schlafentzug und Schnellprozess

Ungarns Justiz geht gegen Demonstranten vor, die Farbbeutel geworfen haben sollen

Hannah-Marie Simroth

In Ungarn reißen die Demonstrationen gegen die immer autoritärere Politik der Fidesz-Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán nicht ab. Nun heizt ein Gerichtsverfahren die Proteste zusätzlich an.

Am 10. April hatten Demonstranten vor dem Budapester Sándor-Palast, dem Amtssitz von Staatspräsident János Áder, gegen ein Gesetz demonstriert, das der vom US-Investor George Soros finanzierten Privatuniversität CEU die Existenzgrundlage entzieht. Während der Aktion versuchten Teilnehmer, Beutel mit orange Farbe auf das Gebäude zu werfen. Sie symbolisiert die Regierungspartei Fidesz, der auch Áder angehört. Zwei Demonstranten, Márton Gulyás und Gergö Varga, wurden daraufhin festgenommen. Drei Tage lang wurden sie in Untersuchungshaft festgehalten und am Donnerstag vor Ostern in einem Schnellverfahren der Beschädigung eines historischen Gebäudes sowie der öffentlichen Unruhestiftung schuldiggesprochen.

Márton Gulyás, der sofort nach dem Farbwurf festgenommen wur...

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