13.04.2017 / Thema / Seite 12

Instabile Diktatur

Von der Volksabstimmung am 16. April erhofft sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Bestätigung seines absoluten Machtanspruchs. Ob das gelingt, ist fraglich

Alp Kayserilioglu

Am Sonntag, dem 16. April, sind türkische Bürger dazu aufgerufen, über eine Verfassungsreform abzustimmen. Die von Präsident Recep Tayyip Erdogan angestrebten Änderungen sind so gravierend und eindeutig, dass jeder, der sich ernsthaft mit ihnen befasst, das geplante neue politische System als Präsidialdiktatur bezeichnen müsste. Die türkische Anwaltskammer hat die Verfassungsänderungen Punkt für Punkt aufgelistet und ausführlich kommentiert. Hier in Kürze nur das Wichtigste. Sollte Erdogan beim Referendum erfolgreich sein, bedeutete dies für die Zukunft: Als Staatsoberhaupt und Chef der Exekutive kann der Präsident nach Gutdünken eine beliebige Anzahl von Ministern und Stellvertretern mit beliebigen Rechten und Aufgabenfeldern ernennen und entlassen; er kann »öffentliche Institutionen« gründen, deren Zuschnitt und Kompetenzen allein von ihm bestimmt werden; er ernennt alle hohen Staatsbeamten und den Großteil der Richter des Verfassungsgerichtes sowie de...

Artikel-Länge: 17307 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe