08.04.2017 / Titel / Seite 1

Sprengköpfe gegen das Völkerrecht

US-Präsident Donald Trump lässt Syrien bombardieren – westliche und arabische Herrscher jubeln

Karin Leukefeld, Damaskus

Die USA haben in der Nacht zum Freitag mit 59 »Tomahawk«-Raketen eine Militärbasis der Luftwaffe in Syrien angegriffen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Attacke als Antwort auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz am Dienstag in Khan Scheikhun, für den er die syrische Regierung verantwortlich machte. Dagegen hatten das russische Verteidigungsministerium ebenso wie Armee und Regierung Syriens die Vorwürfe zurückgewiesen. Ein Luftangriff habe einem Munitionslager der Nusra-Front gegolten, dort sei vermutlich Giftgas gelagert gewesen, hieß es.

Bei dem US-Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat starben nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur SANA sechs Uniformierte. In der Umgebung seien zudem neun Zivilisten getötet worden, darunter vier Kinder. Der materielle Schaden sei »sehr groß«, erklärte am Freitag morgen der Sprecher des Oberkommandos der Armee. Zugleich bekräftigte er, die syrische Armee habe niemals Chemiewaffen eingesetzt ...

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