03.04.2017 / Inland / Seite 8

»Das Sulfat strömt bis in die Hauptstadt«

Trinkwasser in Berlin und Brandenburg ist durch Tagebaue in der Lausitz belastet. Reinigung möglich, aber teuer. Gespräch mit Oliver Powalla

Wolfgang Pomrehn

Berlins Trinkwasser ist mit Sulfat belastet. Woher kommen diese Schwefelverbindungen?

Aus den Tagebauen in Brandenburg, sowohl aus den bereits stillgelegten als auch den neueren. Aus den noch aktiven Tagebauen stammen etwa 50 bis 60 Prozent. Um die Kohle fördern zu können, wird das Grundwasser bis zu 100 Meter abgesenkt. Dadurch kommt der im Boden befindliche Pyrit – auch als Katzengold bekannt – in Kontakt mit der Luft und kann oxidieren. In der Folge entstehen Eisenocker und Sulfat. Wenn später das Grundwasser wieder ansteigt, werden diese Stoffe ausgewaschen und gelangen über das Grundwasser, Entwässerungskanäle und Bäche in die Spree. Das Sulfat strömt so bis in die Hauptstadt.

Und landet im Berliner Trinkwasser.

Bis zu 70 Prozent seines Bedarfs deckt die Stadt über die Uferfiltration von Spreewasser. Der Rest wird aus Niederschlägen gewonnen, die in das Grundwasser versickern.

Was ist das Schlimme an Sulfat?

Der Grenzwert liegt bei 250 Mil...

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