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30.03.2017 / Ausland / Seite 8

»Über Einzelfall hinaus«

Im spanischen Almería wird Gemüse für ganz Europa angebaut – oftmals unter miesen Arbeitsbedingungen. Gespräch mit Laura Góngora

Ada Tünnemann

Sie vertreten als Juristin der Gewerkschaft SOC-SAT Landarbeiter in der Region Almería. Welche arbeitsrechtlichen Probleme begegnen Ihnen am häufigsten?

Hier in der Gegend von Almería beschäftigt die Landarbeiterinnen und -arbeiter am meisten die Höhe des Lohnes. Ihr Entgelt liegt in der Regel unter dem Mindestlohn, welcher durch den Tarifvertrag festgelegt ist und bei 46,72 Euro für acht Stunden liegt. Allerdings kennen die Arbeitgeber viele Tricks, um Teile des Lohnes einzubehalten: falsche Angaben auf der Gehaltsabrechnung, die Nichtentlohnung von Überstunden und Krankheitstagen etc. Dadurch kommt es durchschnittlich zu einem Tageslohn von lediglich 30 bis 32 Euro. Bei denjenigen, die keine Arbeitserlaubnis besitzen, liegt er sogar bei 20 bis 25 Euro.

Wie reagieren die Beschäftigten auf die Probleme?

Die überwiegende Mehrheit der Landarbeiter sind Migranten, vor allem aus Marokko und dem subsaharischen Afrika. Die meisten von ihnen waren zuvor noch nie or...

Artikel-Länge: 3953 Zeichen

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