29.03.2017 / Ausland / Seite 6

Generalstreik in Kolonie

Arbeiter in Französisch-Guyana treten in unbefristeten Ausstand

Florian Wilde

An der äußersten Peripherie der Europäischen Union erschüttern gegenwärtig soziale Unruhen das französische Überseedepartement Guyana. Am Montag erreichten sie mit dem Beginn eines unbefristeten Generalstreiks, zu dem die 37 Mitgliedsgewerkschaften des Dachverbandes UTG aufgerufen hatten, ihren vorläufigen Höhepunkt.

Wie die anderen französischen Überseegebiete leidet auch das an der lateinamerikanischen Atlantikküste gelegene Guyana an hoher Arbeitslosigkeit, einem extrem prekarisierten Arbeitsmarkt und allgegenwärtiger Armut. Umfangreiche französische Investitionen finden nur für den Weltraumflughafen Kourou statt. Ein besonderes Problem stellt die Kriminalität dar: In dem mit 250.000 Einwohnern dünnbesiedelten Departement wird im Schnitt fast jede Woche ein Mensch ermordet – die höchste Mordrate in Frankreich überhaupt.

Proteste gegen die schlechte Sicherheitslage bilden auch den Ausgangspunkt der aktuellen Protestwelle. Am 17. März stürmten maski...

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