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25.03.2017 / Thema / Seite 12

Amok und Abbildung

Eine Gesellschaft, die im Interesse des Konsums unentwegt den Narzissmus ­stimuliert, darf sich nicht wundern, wenn auch dessen destruktive Formen ­vermehrt zutage treten

Götz Eisenberg

Es ist kein neues Phänomen: Nach spektakulären Straftaten wird nicht etwa geschwiegen, sondern tage-, ja wochenlang aufgeregt geredet und gesendet. Kriminologen wissen seit langem, dass es in den Wochen nach solchen Akten oft zu einer Häufung ähnlicher Straftaten kommt. So wird man auch das Londoner Attentat vom Mittwoch dieser Woche als Resonanzstraftat begreifen können, die vom Datum her auf die Brüsseler Anschläge vor exakt einem Jahr, von der Art der Durchführung – mit einem Auto als Waffe – auf die Attentate von Nizza und Berlin Bezug nimmt. Spektakulär werden solche Verbrechen allerdings erst durch ihre mediale Resonanz, wozu in jüngster Zeit vor allem auch die sogenannten sozialen Medien beitragen. Der Amoklauf von München, bei dem am 22. Juli 2016 ein 18jähriger neun Menschen und sich selbst tötete, hat dafür ein aufschlussreiches und abschreckendes Beispiel geliefert. Für eine Weile ist die jeweilige Tat die »Topstory«, Reporter und Kamerateams ...

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