22.03.2017 / Ausland / Seite 7

Drei Stunden Ratlosigkeit

Elf Millionen Franzosen sehen Präsidentschaftskandidaten im TV-Duell. Hälfte der Wähler noch unentschlossen

Hansgeorg Hermann, Paris

Rund 45 Millionen Wahlberechtigte, die Hälfte von ihnen noch unentschlossen, die meisten ziemlich ratlos: Die politische Situation im Nachbarland Frankreich mit seinen 67 Millionen Einwohnern ist etwas mehr als einen Monat vor dem ersten Durchgang zur Präsidentschaftswahl so unübersichtlich wie nie zuvor. Konnte die vom TV-Kanal TF1 am Montag abend organisierte Debatte der angeblich »wichtigsten« Kandidaten Klarheit bringen? Elf Millionen Franzosen schalteten ihren Fernseher an, ihre Entscheidungsfindung hat die lahme, dreistündige Sendung wohl kaum beflügelt. Die Redaktion hatte im übrigen nur fünf der elf Bewerber um das höchste Staatsamt ins Studio gebeten, ein im Vorfeld allseits kritisierter Verstoß gegen gute demokratische Sitten.

Dennoch bleibt das Fernsehen wohl nach wie vor das Medium, das vor einer auch für Europa so wichtigen Wahl wie der des französischen Staatschefs den Wählern mehr zu helfen vermag als das Internet. Die Tageszeitung Libératio...

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