20.03.2017 / Feuilleton / Seite 10

Die wesentlichen Kontroversen

Der erste Marxist mit Lehrstuhl für Geschichte in Deutschland: Ein Buch über Alfred Meusel

Sabine Kebir

Nach der Niederlage des deutschen Faschismus ergab sich erstmals die Möglichkeit, in einem Teil Deutschlands, der DDR, die Geschichte der Nation aus linker Perspektive zu erforschen. Da es hier um die Umwertung wenn nicht aller, so doch fast aller Werte ging, die die Geschichtswissenschaft bis dahin ventiliert hatte, war das eine gigantische Aufgabe, die nicht nur großes historisches Überblickswissen erforderte, sondern auch Tatkraft und den Mut zum Irrtum.

Der Historiker Mario Kessler hat im vergangenen Sommer einen informativen Band über Alfred Meusel (1896–1960) vorgelegt, der sich dieser Pionieraufgabe stellte. Aus einer bürgerlichen Familie stammend, hatte er sich im Ersten Weltkrieg intensiv für die Lebensbedingungen und -erfahrungen seiner proletarischen Mitsoldaten interessiert, wurde Mitglied der USPD, später zeitweilig der SPD.

1918 begann Meusel, Soziologie (Hauptfach) sowie Nationalökonomie und Geschichte (Nebenfächer) zu studieren. Bald wurde e...

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