20.03.2017 / Inland / Seite 2

»So streikstark wie an der Charité werden«

Der Erfolg bei der Berliner Uniklinik hat den Kampf um mehr Personal beflügelt. Die Auseinandersetzung reicht weit zurück. Gespräch mit Niko Stumpfögger

Johannes Supe

In deutschen Kliniken herrscht die Personalnot – und das bereits seit geraumer Zeit. Schauen wir einmal zurück: Bis 1996 gab es für die Häuser gesetzliche Personalvorgaben. War die Lage besser?

Ja. Es gab mehr Personal, und die Arbeit bedeutete für die Beschäftigten deutlich weniger Stress. Denn Jahre zuvor war die Personalbemessung eingeführt worden, um auf einen Pflegenotstand zu reagieren, den es schon damals gegeben hatte. Doch 1996 setzte man die Regelung aus, in der Folge wurde die Arbeit in den Kliniken immer mehr verdichtet.

Das Argument für die Aussetzung war, dass durch die Pflegepersonalregelung, PPR, die Ausgaben für stark gestiegen seien. Diese Kosten wollte man nicht mehr tragen, denn schon in jener Zeit wurde im Gesundheitswesen Sparpolitik betrieben.

Den Kliniken wurden auch nach 1996 die notwendigen Ausgaben erstattet. Das änderte sich 2004, als man die Finanzierung der Häuser umstellte und über Fallpauschalen regelte. Welche Auswirkungen ha...

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