18.03.2017 / Ausland / Seite 7

Staat zahlt für Massaker

Südafrikas Regierung will Hinterbliebene der Bergarbeiter von Marikana entschädigen. Polizei spricht Polizisten frei. Konzerne sind fein raus

Christian Selz, Kapstadt

So kann man es auch sehen: »Marikana könnte Sie eine Milliarde Rand kosten«, titelte die Kapstädter Tageszeitung Cape Times am Donnerstag. Einen Tag zuvor hatte Südafrikas Polizeiminister Nkosinathi »Nathi« Nhleko vor dem Parlament bekanntgegeben, dass der Staat sich zur Zahlung von 1,17 Milliarden Rand (85,1 Millionen Euro) an die Opfer und Hinterbliebenen des Massakers von Marikana bereit erklärt habe. Am Rande des 80 Kilometer westlich der Hauptstadt Pretoria gelegenen Ortes hatten Polizisten am 16. August 2012 auf streikende Bergarbeiter scharf geschossen. 34 Menschen waren getötet und 78 verletzt worden. Viereinhalb Jahre später übernimmt der Staat nun doch noch Verantwortung.

In derselben Sitzung des Abgeordnetenhauses berichtete eine Delegation der Polizei indes auch, dass die Ermittlungen gegen 87 beteiligte Beamte eingestellt worden sind. Die Logik dahinter erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Einerseits erkennt der südafrikanische Staat in...

Artikel-Länge: 4062 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe