17.03.2017 / Inland / Seite 5

»Schattenwelt« in der Fleischfabrik

Wurstgigant Tönnies expandiert. Arbeiter werden ausgebeutet, berichtet der DGB

Jennifer Weichsler

Die Tönnies Holding ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb für Schweine. Am Mittwoch legte das »Familienunternehmen« in Rheda-Wiedenbrück seine Jahresbilanz vor. Der Umsatz der Wurstmagnaten ist um 13 Prozent auf 6,35 Milliarden Euro gestiegen. Bereinigt um den Zukauf des dänischen Konkurrenten Tican waren es allerdings nur 0,8 Prozent. »Die Zeiten des überdimensionalen Wachstums in Deutschland sind vorbei«, zitierte die Süddeutsche Zeitung (Donnerstag) Firmenpatriarch Clemens Tönnies. Nach Angaben des Verbandes der Fleischwarenindustrie sank der Pro-Kopf-Verbrauch 2015 auf 59,2 Kilo. Weil die Monopole aber weiter wachsen wollen, stehen – begünstigt durch die niedrigen Zinsen – Übernahmen an. In Russland sieht sich Tönnies nach einem weiteren Schlachter um.

Zur Veröffentlichung der Bilanz wurde der Presse auch eine Führung durch das Werk angeboten, um den reibungslosen Arbeitsablauf vorzuführen. Vorenthalten wurden den Journalisten allerdings Schilderung...

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